Dossier · 03
Die Steine
Was ich an Sichtungsorten gefunden habe — und was die Verbindung wahrscheinlich nicht ist.
Befund
An drei Beobachtungsorten — Zürichsee 2003, Pfannenstil 2011, Randen-Höhe oberhalb Schaffhausen 2018 — habe ich am Folgetag oder in den Wochen danach Steine gefunden, die mir aufgefallen sind. Nicht wegen Glanz oder Form, sondern wegen Lage, Konstellation oder Material.
Die Beschreibungen, in Stichworten:
- Zürichsee, Nordufer bei Erlenbach: drei dunkle, fast schwarze Steine, einer faustgross, zwei daumengross, in einem Dreieck aufgereiht im Abstand von zwei Metern. Material laut Geologe, dem ich später ein Stück gezeigt habe: vermutlich Diabas, ein vulkanisches Gestein. Im Zürichseeumfeld nicht ortstypisch.
- Pfannenstil, südseitig oberhalb Meilen: ein einzelner, fast perfekt symmetrischer Stein, etwa kindkopfgross, mit einer geraden, fast geschliffen wirkenden Längsachse. Geologische Einordnung unklar, kein passender Vergleich aus der lokalen Lithologie.
- Randen-Höhe oberhalb Beggingen: vier Steine, kreisförmig angeordnet, jeder ungefähr handgross, alle aus demselben grünlichen Material. Standort weit ab von Wanderwegen.
Was es vermutlich nicht ist
Vor allem das: drei Anekdoten machen keine Verbindung. Ich kenne die Mustererkennungs-Falle. Wer eine Beobachtung am Himmel macht und sich danach mit Augen am Boden bewegt, findet eher Auffälligkeiten, weil er sucht. Confirmation Bias.
Die nüchterne Mehrheitserklärung ist banal: Steine liegen herum, manche sind aussergewöhnlich geformt, manche sind über grosse Distanzen verfrachtet worden — gletscherbedingt im voralpinen Raum häufig.
Was es sein könnte
Drei Hypothesen, alle gleichermassen ungeklärt:
- Reiner Zufall, kombiniert mit Wahrnehmungsverzerrung. Statistisch die wahrscheinlichste Lesart.
- Anthropogene Ablage, älteren oder neueren Datums. Die kreisförmige Anordnung im Randen lässt sich nicht ausschliessen als Markierung durch Menschen.
- Etwas, wofür mir die Begriffe fehlen. Diese dritte Schublade öffne ich nur, wenn die ersten beiden nicht greifen — und auch dann nur als offene Frage, nicht als Antwort.
Verweise
Wer sich mit unerklärten Stein-Artefakten auseinandersetzen will, findet Material — meistens kontrovers eingeordnet. Die costaricanischen Steinkugeln sind archäologisch bestätigt, aber funktional bis heute umstritten. Klaus Donas Sammlung von Artefakten unbekannter Herkunft ist innerhalb der Archäologie als Anhäufung von Fälschungen und Fehlinterpretationen kritisiert; einige wenige Stücke entziehen sich der einfachen Einordnung. Die akademisch akzeptierten Megalith-Anlagen Maltas oder Stonehenges haben mit dem hier Beobachteten nichts zu tun.
Was ich tue
Die drei Stein-Sets sind dokumentiert und fotografiert. Ein Stück liegt in einem geologischen Labor zur weiteren Analyse. Mehr Belastbares lässt sich daraus nicht ziehen. Wer eine seriöse Erklärung anbieten kann, ist eingeladen. Die Daten stelle ich auf Anfrage zur Verfügung.