Kapitel 01
Die weisse Kugel von Bassersdorf
14. August 1987, 22:15 Uhr. Ein Feld beim Bahngleis, drei Zeugen — und fünf Minuten, die René Ingardias Leben verändert haben.
Es ist Freitagabend, der 14. August 1987, Viertel nach zehn. René Ingardia, damals einundzwanzig, steht mit zwei Kollegen in Bassersdorf bei Kloten draussen im Feld, dort, wo der Weg dem Bahngleis entlangführt. Ein warmer Sommerabend, der Himmel klar. Niemand sucht etwas. Niemand erwartet etwas.
Dann sieht René sie: eine weisse Kugel mit Schweif, hell gegen den Nachthimmel. Sein erster Gedanke ist der, den jeder vernünftige Mensch hätte — ein Helikopter. Aber Helikopter haben keinen Schweif. Und Helikopter fliegen nicht so: Die Kugel zieht nicht in einer Linie über den Himmel, sie fliegt Zickzack — abrupte Richtungswechsel, wie sie kein Flugzeug und kein Ballon hinbekommt.
Fünf Minuten lang verfolgen die drei das Objekt mit den Augen. Fünf Minuten sind am Nachthimmel eine Ewigkeit — Sternschnuppen dauern Sekundenbruchteile, Satelliten ziehen still ihre Bahn und sind nach zwei, drei Minuten weg. Dieses Objekt bleibt, wechselt die Richtung, wieder und wieder.
Dann kommt der Moment, den René bis heute nicht vergessen hat: Die Kugel fliegt in eine Wolke — und bleibt dort stehen. Der Schein bleibt in der Wolke sichtbar, unbewegt, als hätte jemand ein Licht hineingehängt. Kein Weiterflug, kein Verglühen, kein Absturz. Das Objekt parkt.
Drei Zeugen
René war nicht allein. Zwei Kollegen standen neben ihm und sahen dasselbe — die Kugel, den Schweif, das Zickzack, das Stehenbleiben in der Wolke. Ihre Namen hat die Zeit verwischt, fast vierzig Jahre sind vergangen. Was geblieben ist, ist das Bild — und die Gewissheit, dass drei Augenpaare denselben fünf Minuten zugeschaut haben.
Das Vorspiel im März
Was René erst später einordnen konnte: Schon im März desselben Jahres war am Flughafen Kloten Ähnliches gesehen worden — zwei Objekte, das eine voraus, das andere hinterher. Bassersdorf liegt in direkter Nachbarschaft zum Flughafen. Was immer im August über dem Feld hing, es war in dieser Gegend offenbar nicht zum ersten Mal unterwegs.
Der Anruf, der im Lachen unterging
René tat damals das einzig Richtige: Er versuchte, es zu melden. Er rief beim Blick an — und wurde ausgelacht. Kein Formular, keine Rückfrage, kein Interesse. 1987 gab es in der Schweiz keine Stelle, die einen solchen Bericht ernsthaft entgegengenommen hätte. Wer etwas sah, hatte die Wahl: schweigen oder zur Witzfigur werden.
Man muss sich diesen Moment vor Augen führen, um zu verstehen, warum diese Website existiert. Heute gibt der US-Kongress Anhörungen zu genau solchen Objekten. Die Navy hat Videos freigegeben, in denen Flugkörper Manöver fliegen, die kein bekanntes Fluggerät beherrscht — Richtungswechsel wie aus dem Nichts, Stillstand mitten in der Bewegung. Genau das, was drei junge Männer 1987 über einem Feld bei Bassersdorf gesehen haben. René wurde ausgelacht. Vierzig Jahre später sagen Kampfpiloten unter Eid dasselbe aus.
Was es nicht war
Ein Wetterballon fliegt kein Zickzack und parkt nicht in Wolken, um danach nicht wieder herauszukommen. Ein Helikopter hat Positionslichter und Rotorenlärm und keinen Schweif. Ein Meteor dauert Sekunden, nicht Minuten. Was es stattdessen war, weiss René nicht — und behauptet es auch nicht. Er weiss nur, was er gesehen hat. Seit diesem Abend schaut er nach oben. 52 weitere Sichtungen sind seither dazugekommen.
Quellen
- Bericht René Ingardia, Zeitzeuge